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Oszillogramme: Kunst und Natur

Das Goethe-Institut geht der Verknüpfung von Kunst mit Naturwissenschaften nach. Am vergangenen Freitag wurde in der Galerie 2B die Ausstellung "Oszillogramme" eröffnet. Darin gibt es künstlerische Werke, aber auch wissenschaftliche Abbildungen zu sehen, die im Zusammenhang mit einem vierjährigen Austausch zwischen Künstlern und Wissenschaftlern entstanden sind.

Durch den Dialog zwischen den vermeintlich objektiven Naturwissenschaften und den subjektiven Blickwinkeln der Künstler soll das Gegensatzpaar "Objektiv-Subjektiv" oder "Wissenschaft-Kunst" überwunden werden. Als ersten Schritt in diese Richtung gab es vor vier Jahren eine erste gemeinsame Ausstellung mit dem Titel "The Missing Link – Art meets Biomedicine. Public understanding of Art and Sciences" im Medizinhistorischen Museum in Berlin, der Schafler Gallery und dem Pratt Institute, New York. Nun ist die Fortsetzung dieses Arbeitsprozesses in Budapest zu sehen. Suzanne Anker konzentriert sich in ihrer künstlerischen Arbeit auf Organismen, die nur unter Laborbedingungen überlebensfähig sind, wohingegen der Wissenschaftler Ingo Bechmann in der Auseinandersetzung mit dem Thema Hunger die Gemeinsamkeiten zwischen Kunst und Wissenschaft sieht. Der ungarische Künstler Gábor Gyõrfi hingegen behauptet eine wissenschaftliche Erfindung zur Aufzeichnung von Träumen. Aber auch archivarische Methoden und dokumentarisches Material findet Eingang in die künstlerische Arbeit, wohingegen die Pathologin Navena Widulin mit Wachsabdrücken Krankheitsbilder abzeichnet.

Im Zusammenhang mit der Ausstellung findet außerdem am 27. und 28. November eine transdisziplinäre Tagung zum Thema Kunst und Biomedizin in der Galerie 2B und im Goethe-Institut statt. Diese baut auf die Erfahrungen der ersten Ausstellung von vor vier Jahren auf und soll mit Künstlergesprächen, Workshops und Vorträgen einerseits das Verständnis des Publikums für die Thematik erweitern, andererseits aber auch Beiträge zu aktuellen Fragen wie etwa dem ungarischen Gesundheitswesen liefern.

Alice Müller
Dienstag, 20. Oktober 2009